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Im Traum ging ich mit Hund Nelson durch ja,
seltsamerweise durch Wien, wo ich in Wirklichkeit nie gewesen bin. Ein
paar Feuerwehrmänner stellten sich uns in den Weg: "Mit Hund
in einer fremden Stadt, das ist verboten!" Ich war sofort schuldbewußt.
"Wir werden aber eine Ausnahme machen, wenn Sie uns einen Gefallen
tun und mit dem Hund das Gebäude da durchsuchen!"
"In Ordnung", sagte ich. "Wonach sollen wir denn suchen?"
"Nach gebrochenen Versprechen", sagten sie.
Der Bau war anscheinend ein Krankenhaus, mit langen Gängen, die alle
abwärts führten. Nelson und ich suchten einen nach dem anderen
ab. Aus einem Zimmer traten drei Frauen. Eine sagte, sie müsse sich
jetzt verabschieden, weil sie Krebs habe. Sie umarmte die anderen und
dankte für ihre Hilfe, und dann wollte sie noch einmal fotografiert
werden. Wir folgten ihr hinaus auf die nasse, warme Straße. Sie
stellte sich in Positur für das Abschiedsfoto: breitbeinig über
dem Mittelstreifen, mit erhobenen geballten Fäusten, sogar ihr Bizeps
sprang hervor. Ich dachte, was heißt hier Krebs, die lebt doch noch
ewig!, und damit wachte ich auf. Eine ganze Weile blieb ich liegen und
dachte über den Traum nach. Ich war nicht sicher, ob er optimistisch
oder melancholisch war. Als ich über die "gebrochenen Versprechen"
rätselte, fiel mir noch ein: Eines haben Nelson und ich tatsächlich
gefunden. Und zwar hing an einer Krankenzimmertür eine Tafel, auf
der mit Kreide geschrieben stand: "Du hattest doch versprochen, mir
die Wäsche zu waschen!"
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