Häufige
Fragen |
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Die häufigsten
Fragen zum Buch, vor allem von Priestern, sind:
Hat die Kirche auf dieses Buch reagiert?
Nein. Aber
warum sollte sie? Wenn ein Roman über Beamte erschiene,
würde die Bundesregierung ebenfalls keine Stellungnahme abgeben.
Einzelne Beteiligte würden vielleicht etwas sagen – aber als Personen,
nicht als Repräsentanten. So ist es auch bei meinem Buch gewesen.
Es gab eine negative offizielle Reaktion in Passau.
Der
Bistumssprecher von Passau warf dem Buch Kitsch und Klischees vor und
riet von der Lektüre ab. Ich kenne aber die Hintergründe:
Der Sprecher wurde eilig um eine Stellungnahme gebeten, las ganz schnell
und konnte sich mit niemandem beraten, da das Buch noch nicht im Handel
war. Nach etwas Überlegung wäre er wohl selbst darauf gekommen,
daß er besser geschwiegen hätte.
Warum?
Weil er dort mit literarischen Kategorien operiert,
die er nicht beherrscht, anstatt auf das einzugehen, was ihn störte.
Offenbar fehlten ihm die Argumente.
Was kann ihn gestört haben?
Das Leben der Priester
und des Dorfes, wie es in meinem Buch dargestellt wird, entsprach vielleicht
nicht den Wünschen seines Bischofs, und er gab dem Buch
die Schuld.
Sie zeichnen nicht alle Priester schmeichelhaft.
Ich
zeichne niemanden schmeichelhaft, weder Priester noch Nichtpriester,
das ist nicht meine Aufgabe. Es ist aber auch nicht meine Aufgabe, zu
kritisieren.
Warum nicht?
Kritik ist sinnvoll, wenn sie sich auf
einzelne Parameter beschränkt.
Wenn z.B. ein Operntenor das hohe C nicht schafft, kann der Kritiker sagen:
Das hohe C steht in der Partitur, der Sänger hat sich verpflichtet,
das Publikum hat gezahlt; wenn er es nicht schafft, hat der Sänger
versagt. Das ist der journalistische Aspekt. Er interessiert mich nicht.
Ich frage: Warum ist das hohe C mißlungen? Warum hat der Sänger
es versucht, obwohl er vielleicht erkältet war, übermüdet,
eine Krise hatte, am Vorabend getrunken hat? Warum war er erkältet,
in einer Krise, warum hat er getrunken?
Warum hat er seinen Beruf ergriffen, warum ist er dabei geblieben, was bedeutet
ihm das hohe C? >
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