Häufige
Fragen
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< Das
klingt konspirativ.
Nein,
das mache ich immer bei solcher Recherche. Erstens bin ich wegen meiner
schlechten Ohren oft nicht sicher, ob ich genau verstanden habe. Zweitens
will ich nicht, daß jemand sich bloßgestellt fühlt.
Drittens weiß ich, wie schnell man in einem intensiven Gespräch
Dinge sagt, die man nicht gedruckt sehen möchte. Vor allem aber
möchte ich möglichst genau verstehen, worum es geht. Ein realistischer
Autor sollte seine Deutung der Wirklichkeit anpassen, nicht umgekehrt.
Je mehr Wirklichkeit er erfaßt, desto aussagefähiger ist sein
Zeugnis.
Gab es Rückzieher?
Nein. Ich habe allerdings auch keine
Geschichte verwendet, die die Pfarrer mir erzählt hatten. Sie haben mich vor allem durch ihre Haltung,
ihre Wortwahl, ihre Reflexionen inspiriert. Ohne sie hätte ich das
Buch nicht schreiben können.
Wie reagierten sie auf das Manuskript?
Überwiegend
positiv. Es gab nur minimale Korrekturen und wenige Bedenken.
Wie war das Echo nach der Veröffentlichung?
Ebenfalls überwiegend positiv in Briefen und Mails, übrigens
von katholischen wie evangelischen Pfarrern. In persönlichen Gesprächen
gelegentlich kritisch.
Was waren die Argumente?
Zum Beispiel: Die Priester
seien zu fehlbar. Ich antworte: Wir alle sind fehlbar. Ideale Priester
habe ich nicht getroffen, so wenig, wie ich ideale Künstler getroffen
habe. Ideale Personen findet man nur in der Trivialliteratur.
Was gibt es noch für Kritik?
Das Buch sei zu wenig
optimistisch. Ich denke, das hängt davon
ab, was man vom Leben erwartet. Wer erwartet, daß alles gut ausgeht,
wird enttäuscht werden. Aber wer das Leben nimmt, wie es kommt,
kann ihm viel abgewinnen. Übrigens habe ich öfter gehört,
daß „Gottesdiener“ ein ermutigendes, sogar romantisches Buch sei.
War es schwer, sich als Frau in einen katholischen Pfarrer einzufühlen?
Nein,
denn es gibt viele Parallelen zu meinem Beruf. Das Spirituelle, Philosophische,
die Moral, die Psychologie – die existentiellen Fragen.
In einen Soldaten oder einen Börsenmakler könnte ich mich wahrscheinlich
nicht hineinversetzen, da fehlen entscheidende Antriebe. >
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