Häufige
Fragen
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< Sie
beschäftigen sich viel mit der Praxis, auch der Philosophie des
Berufs. Unklar bleibt das spirituelle Fundament.
Isidor ist
kein Schwärmer. Das entspricht meiner Temperamentslage. Aber
genau deshalb weiß ich, daß er – ganz ohne Ekstasen, mit seiner Distanz
und seiner Skepsis – im Grunde seiner Seele sicher ist. Die Grundfrage: Was haben
wir in der Hand? stellt sich dem Gläubigen ebenso wie dem Künstler.
Zum Beispiel bin ich überzeugt, daß es in der Kunst um Wahrheit gehe.
In meinem neuen Buch „Warum Fräulein Laura freundlich ist“, untersuche ich
diese Frage. Es beschreibt unter anderem, wie die Wahrheit – in meiner Auffassung „treffende
Deutung“ – in der Sprache jedes Menschen erkennbar ist, sogar in der Sprache
eines Menschen, der unbewußt oder vorsätzlich lügt. Für
mich ist das so deutlich, daß ich es mit Händen zu greifen meine.
Dennoch könnte ich dieses Wunder einem desinteressierten Menschen nie erklären
oder gar beweisen: Die Buchstaben der gedruckten „Kunst“ fangen nicht etwa an
rot zu leuchten. Sie setzen sich, schwarz auf weiß, aus genau denselben
Buchstaben zusammen wie die der Schundromane. Ohne die Wahrheit beweisen zu können,
widme ich ihr mein Leben. Das ist ziemlich schwer, riskant und bisweilen lächerlich – aber
es ist genau das, was ich tun muß, eine sogenannte Berufung wohl. So sehe
ich auch Isidor.
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