| Petra Morsbach | |||||||
| Warum Fräulein Laura freundlich war Über die Wahrheit des Erzählens |
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Essay |
2006 |
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| Rezeption Fräulein Laura 1 Vorwort
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Die Unbefangenheit, mit der Petra Morsbach
von Wahrheit redet, "frappiert", um ihr Wort aufzugreifen,
nicht weniger als der sprachliche Selbstverrat, dem sie nachspüren
will. Denn wer, der intellektuell auf sich hält, hätte angesichts
einer so apostrophierten Wahrheit nicht ein Lächeln und ein Fragezeichen
parat? Wahrheit? - als ob wir wüssten, was das ist. Naiv ist Morsbach
indes nicht. Ihre Wahrheit hat Evidenzen. Wer die gewundene Sprache
dessen liest, der unbedingt beweisen möchte, was er nicht beweisen
kann, der weiß, nein hört, wie Sprache fern der Wahrheit
klingt, und wie anders in ihrer Nähe. Und vor solchen Evidenzen
wird alle Skepsis gegen eine Definition der Wahrheit blass. Die Essays über Andersch, Reich-Ranicki und Grass sind
ein wegweisender Beitrag zur europäischen Erinnerungskultur im
21. Jahrhundert: Morsbach, Angehörige der ersten Nachkriegsgeneration
der deutschen Literatur, macht Ernst mit Semprúns Forderung
(...), das Gedächtnis der Zeitzeugen, das uns diese in Romanen
und Autobiographien hinterlassen haben, „mutig zu entweihen“. Ihre
Stilkritik, die urteilt, ohne zu verurteilen, schließt Selbstkritik
mit ein und weiß die journalistische Tugend der Objektivität
mit ästhetischer Sensibilität zu vereinen. |
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