| Petra Morsbach | |||||||
| Warum Fräulein Laura freundlich war Über die Wahrheit des Erzählens |
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Essay |
2006 |
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| Vorwort
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(Vorwort - Fortsetzung) Der vermeintliche „Eigensinn“ der Sprache fasziniert mich, seit ich bewußt denken kann. Ich erlebe ihn täglich, beim Zuhören wie beim Lesen, beim Reden und Schreiben. Beim Lesen, wenn ich einen Autor in seinen Sätzen, seiner Wortwahl, seinem Duktus zu erkennen meine, als säße er leibhaftig vor mir. Beim Schreiben, wenn ich in meiner eigenen Sprache Möglichkeiten oder Defekte erkenne, von denen ich nichts ahnte; und natürlich, wenn meine Sätze mich nachts wecken und Korrekturen anbieten, als wollten sie besser werden. Mir schien immer, die Sprache sei unbestechlich, und nur unsere individuellen Grenzen (Zeit, Faulheit, Verstandesschwäche, Angst) hinderten uns daran, ihre Weisheit wahrzunehmen. Eines Tages fragte ich mich, ob man all das nicht genauer beschreiben könne. Dieses Buch ist das Resultat. * Es teilt sich in einen kurzen „theoretischen“ und einen längeren „praktischen“ Teil. Auch der theoretische Teil entspringt der Praxis, er geht von meiner künstlerischen Erfahrung aus und setzt entsprechende Akzente. Der praktische Teil ist die Probe aufs Exempel: Eine Wahrheit des Erzählens findet man nur in konkreten Erzählungen. Ich suchte mir einige nach Thema oder Stil möglichst vertrackte Bücher unterschiedlichen Niveaus heraus. Der besseren Verständlichkeit wegen waren es deutschsprachige Erzählungen der letzten Jahrzehnte, und zwar Der Vater eines Mörders von Alfred Andersch (1980), Mein Leben von Marcel Reich-Ranicki (1999), und Die Blechtrommel von Günter Grass (1959). > |
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Biographie
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