| Petra Morsbach | |||||
| Der Cembalospieler | Roman, 2008 | ||||
Der Hausherr hielt eine lange und ehrende Einführungsrede auf mich. Dann spielte ich auf seinen Wunsch die Chromatische Fantasie und kam überraschend gut an. Nur die vom Jetlag gezeichneten Brauteltern aus Australien schliefen an verschiedenen Seiten des Auditoriums wie von Kugeln getroffen, mit offenen Mündern.
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"Es war der herrlichste Klang, den
ich je gehört hatte. Ich
kniete auf dem Teppich und weinte. Pures Gold! Auch heute noch denke
ich beim Cembalo immer an Gold. Klavier ist schwarzgrau - wuchtig, mechanisch,
schweißtreibend, Orgel silber - säuerlich metallisch. Das
Cembalo aber funkelt und strahlt." Aber der Roman wird gottlob nicht zur Erfolgsstory eines Ausnahme-Cembalisten,
die die Auftritte und Aufnahmen wie Perlen an einer Schnur aufreiht,
sondern er zielt aufs Wesentliche: die Künstlerexistenz. Und die
ist heikel. Das Gelingen ist nur durch eine haarfeine Grenze vom Absturz
entfernt, geben muss man alles. Die Kunst gibt auch, aber sie frisst
einen auch auf. «Unaufhörlich bedient der Künstler die
komplizierte Maschinerie seines Talents und füttert sie mit dem
Kraftstoff des Lebens, den er sich selbst versagt.» Erfüllt
und vielleicht sogar glücklich oder zumindest mit
dem eigenen Schicksal versöhnt scheint Bauer am Ende mit all den
Umwegen und Wirrungen, Triumphen und Niederlagen und Erfahrungen von
seelischen und manchmal auch körperlichen Grausamkeiten. […] Und
und die anschließende, kleine, einfache Hymne auf Bachs Goldberg-Variationen
läßt auch den Leser nach der Lektüre erfüllt und
glücklich zurück. |
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Biographie erhältlich bei
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